Nicht ohne meine Jacke |
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Neulinge schimpfen über ihn, aber das liegt nur daran, dass sie nicht richtig mit ihm umgehen. Geübte Freiburger dagegen wissen, was er wert ist, und haben sich entsprechend gerüstet: "Nicht ohne meine Jacke" heißt die Losung selbst an brüllend heißen Sommerabenden für alle, die noch ein bißchen vors Haus wollen. Denn um viertel nach zehn, spätestens um halb elf ist er da: Der Höllentäler, ein Fallwind, der ja auf dem Prinzip beruht, dass kalte Luft schwerer ist als warme. Wenn die Sonne untergegangen ist, kühlt sich die Luft an den Berghängen ab und sinkt. Und dann weht´s: Von Osten nach Westen, durchs Höllental über die B 31, den Augustiner- und den Münsterplatz, bis hinter die Uniklinik, wo dem Höllentäler die Puste ausgeht. Landwasser und Hochdorf müssen ohne ihn leben, die Armen: Zwar mag bei ihnen die durchschnittliche Grillabenddauer etwas länger ausfallen als im stark umwehten Osten. Dafür sitzen sie an vielen Wintertagen in der Nebelsuppe, während in Littenweiler der Sonnenschirm aufgespannt wird: Der Höllentäler leistet ja nachts ganze Arbeit, fegt nicht nur Smog aus den Stadt, sondern auch Nebelschwaden. Und dafür muss man ihm einfach vieles verzeihen. BZ / Annette Goebel |
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