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Die Regio



Vom Münster zum Supermarkt

Regiofahne, Regiorat, Regiotag, Regioclub - was verbirgt sich hinter den fünf Buchstaben, die in Südbaden vor vieles gehängt und auf alles geklebt werden? Jeder Erklärungsversuch beginnt mit etwas Erdkunde: Der Oberrhein hat sich ein Bett gegraben und die Landschaft geprägt - Jura, Vogesen und Schwarzwald. Mitten drin liegt die "Regio", ihre Zentren sind Basel, Straßburg und Freiburg.

Nicht nur die gemeinsame Geschichte, Kultur und Lebensart verbindet ihre Bürger, sondern auch und vor allem ihr Misstrauen gegen die nationalen Zentren. Aus der Sicht von Bern, Paris oder Bonn liegen die Grenzprovinzen weit "hinter den Bergen". Gemeinsamkeit macht stark, war die Schlussfolgerung für das Bemühen, im politischen und wirtschaftlichen Wettbewerb mit einer Stimme aufzutreten. Visionäre träumen gar von einem Regio-Parlament, das irgendwann die Politik betreibt.

Der Regio-Alltag verheißt Vorteile: Wenn in Baden die Geschäfte längst die Rolläden herunter gelassen haben, hat der Supermarkt im Elsaß noch immer auf. Wer gut und günstig Müsli, Kaffee oder Nudeln besorgen will, fährt über die Schweizer Grenze zum "Lädele". Nur eines hat die Regio verloren: die gemeinsame Sprache. Wenn sich Jugendliche aus Mülhausen und Breisach unterhalten wollen, müssen die "kids" auf ihre Englischvokabeln zurückgreifen.

BZ / Petra Kistler


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