Wo nur die Küsse wispern |
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Keine Verabredung, nichts im Kino, aber Lust auszugehen? Also schnell noch auf den Platz. Auf welchen? Ach, es gibt doch genug. Aber Achtung: Jeder Platz hat seine eigene Stimmung, eine kleine Auswahl: Starten wir melancholisch: mit dem Münsterplatz. Nachts scheint er irgendwie zu wachsen, ein riesiges, schweigendes Rund, ziemlich streng - nichts erinnert mehr an das bunte Gedränge, das sich morgens über den Markt schiebt. Der richtige Ort, um übers Leben nachzugrübeln. Laut ist es nur an den Brunnen, wo Reisegrüppchen herumkaspern, und zu den Rändern hin, auf den Terrassen der Weinstuben. Doch auch dort muss man Tourist sein oder schon sehr, sehr freiburgerisch. Schnell durch die Seitengasse nach nebenan: zum Augustinerplatz, wo das Leben brodelt und wieder Hunderte auf dem Pflaster sitzen, zwischen Bierflaschen, Pizzadeckeln und Jongleuren. Wie kein anderer Freiburger Platz hat der Augustiner eine steile Karriere gemacht, und zwar merkwürdigerweise erst nach einer schicken Renovierung. Jetzt ist er der wichtigste Treffpunkt für Freiburgs Jugend. Wer sich fürs Pflasterhocken zu alt findet, verzeiht sich auf einen Beobachterposten ins Café: Capri oder Emporio, das kommt auf die Gesinnung an. Wer aber noch ein bißchen träumen will, geht zwei Ecken weiter zum Adelhauser Platz: Mit seinem wunderbaren Licht, der roten Kirche und dem Plätscherbrunnen sicher der Ort, wo Freiburg am italienischsten ist. Und doch ein so leiser Platz: Hier wird nur gewispert. Und innig geküsst. BZ / Rolf Müller |
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