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Sauna



Heiß ins Eis

Heiß ins Eis: Sauna gehört zum Tröstlichsten, das der Winter zu bieten hat. Freilich: Die ganz große Badeoper gibt es in Freiburg nicht, da muss man schon nach Baden-Baden zum einzigartigen Friedrichbad reisen oder ins operettenhafte Badenweiler, um die Cassiopeia-Therme zu feiern. Für ein paar Stunden Badelust macht Freiburg aber durchaus solide Angebote.

Busses Waldkurbad etwa, ein Klassiker, der dank der vielen Stammgäste eine betont gesundheitsbewusste Atmosphäre pflegt. Also kein aufgeregtes Gehampel à la "Puh, wie heiß" und "Ih, wie kalt", mit dem Saunatouristen so gerne die stille Schwitzandacht der Profis stören. Bei Busse ist konzentrierte Körperertüchtigung angesagt: Die Klientel ist hart im Nehmen.

Als das Schwimmbecken in einem Winter halb zugefroren war, wurde regelrecht gefeiert. Neben der Hauptsauna gibt es das beliebte Blockhaus im Garten und dreimal wöchentlich eine Frauensauna im Keller. Der künstliche Duschfelsen ist zwar ein merkwürdiger Stilbruch, dafür sind die Ruheräume unterm Dach ganz, wie sie sein sollten: gemütlich mit Liegen und bunten Zeitschriften wie beim Friseur, das Knuspern im Gebälk singt einen in den Schlaf.

Ein ganz anderes Temperament hat dagegen Freiburgs neuer Saunastar: das Thermalbad im Mooswald. Ein Winterhit war es schon immer: Schneeflocken zu zählen, während man bis zur Nasenspitze im 36 Grad warmen Wasser liegt, hat ja was. Vor einiger Zeit wurde das Bad um eine "Saunalandschaft" erweitert.

Und jetzt, bei vier Saunakabinen drinnen und zwei draußen, plus zwei Dampfbäder, gilt es, ständig Entscheidungen zu treffen: Erst finnisch oder türkisch, römisch-irisch oder lieber meditativ, mit Licht- und Klangeffekten? Es gibt viel zu tun in drei Stunden Badezeit. Voll ist hier fast immer, nur wer morgens kommt, mag strenge Ruhe finden. Eugen-Keidel-Thermalbad heißt übrigens der offizielle Name dieser nach einem früheren Oberbürgermeister benannten Einrichtung. Eine Umständlichkeit, der die höchst komplizierte Einlass- und Schließfachpolitik im "Eugen-Keidel" entspricht.

Und doch hat sich in diesem städtischen Bad eine verblüffend lockere Unisexmentalität breitgemacht. Weshalb man allerdings selbst in der Sammelumkleide und in den Duschen nicht mehr vor den Blicken des anderen Geschlechtes sicher ist. Ist doch in einer Sauna egal? Blödsinn, das kann nur jemand sagen, der keine Skiunterhosen trägt!

BZ / Annette Goebel


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