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Über 100 Jahre organisierter Tourismus

Der Schwarzwald war mit seiner vielfältigen Landschaft geradezu ideal für die Sommerfrischler, die im Zuge der Romantik in Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Nähe zur Natur suchten und viele Wochen des Jahres außerhalb der Städte zubringen wollten.

Doch die Schweiz drohte dem Mittelgebirge nördlich des Rheinknies den Rang streitig zu machen. Deshalb gründeten Gastwirte und Industrielle 1864 in Freiburg den späteren „Badischen Schwarzwaldverein“.

Das Reisen im Schwarzwald sollte gefördert, das Image als Sommerfrische poliert werden. Es wurden Wanderwege und Schutzhütten gebaut, Wanderkarten und Wanderführer herausgegeben.

Als 1873 dann die „Schwarzwaldbahn“ von Offenburg über Haslach, Triberg und Donaueschingen nach Singen und 1887 erstmals die „Höllentalbahn“ von Freiburg nach Neustadt fuhren, waren solide Fundamente für die touristische Entwicklung gelegt.

Nach der Gründung des ersten deutschen Skiclubs 1891 in Todtnau am Feldberg stand auch der Propagierung des Wintersports nichts mehr im Weg.

Nun musste eine Organisation her, die im In- und Ausland das Image des Schwarzwaldes prägen und neue Gäste werben sollte: Also wurde 1906 in Karlsruhe ein „Badischer Verkehrsverband zur Hebung des Fremdenverkehrs e.V.“ gegründet.

Dazu ließ der – wie er später hieß - „Badische Verkehrsverband“ Plakate, Reiseführer, Prospekte für die Sommerfrische drucken und warb in Rundfunk- und Kinospots für den Schwarzwald. Mit der Bahn wurde um direkte Zugverbindungen und Feriensonderzüge verhandelt.

Die Gründung des Badischen Verkehrsverbandes 1906 gilt als Geburtsstunde der organisierten Tourismuswerbung und somit auch der heutigen Schwarzwald Tourismus Gesellschaft (STG)

Der erste Weltkrieg bremste den aufblühenden Schwarzwald-Tourismus wenige Jahre später aus. Danach machten mehrere Verkehrsgemeinschaften ihre eigene Werbung.

1933 erzwangen die Nationalsozialisten per Reichsgesetz die Zusammenschlüsse zum „Landesfremdenverkehrsverband Baden“ und zum „Landesfremdenverkehrsverband Württemberg-Hohenzollern“. Nach dem 2. Weltkrieg wurde daraus der Fremdenverkehrsverband Württemberg. In der amerikanischen Zone in Heidelberg gründete sich ein „Fremdenverkehrsverband Nordbaden“ und in der französischen Zone 1946 der „Badische Fremdenverkehrsverband“ in Freiburg.

1954 wurde daraus der „Badische Fremdenverkehrsverband Schwarzwald – Bodensee – Oberrhein e.V.“, 1969 der „Fremdenverkehrsverband Schwarzwald – Bodensee“.

1974 trennte man sich vom badischen Teil des Bodensees im Süden, nahm 49 württembergische Schwarzwaldgemeinden im Norden in den Verband auf und firmierte ab da als „Fremdenverkehrsverband Schwarzwald“. 1996 wurde daraus der „Schwarzwald Tourismusverband e.V.“ Mit „Touristik Nördlicher Schwarzwald e.V.“ in Pforzheim, „Mittlerer Schwarzwald Tourismus GmbH“ in Villingen-Schwenningen und „Tourismus Südlicher Schwarzwald“ in Freiburg hatte die Region im Südwesten Deutschlands damit vier Tourismusverbände.

Seit Januar 2006 sind sie zur „Schwarzwald Tourismus Gesellschaft (STG)“ mit Sitz in Freiburg fusioniert.

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